Colafleisch

Colafleisch

Michael Korsikowski (DerHövelgriller)

  1. Welche Bedeutung hat das Wort Cola eigentlich?
  2. Benötigen wir Rind- oder Schweinefleisch für unser Rezept?
  3. Die Zubereitung
  4. Die Beilage

Colafleisch

In Herbst und Winter sind Schmorgerichte häufig auf den Speiseplänen bei Köchen und Grillern. Ob im Schmortopf oder Dutch Oven, diese Gerichte gelingen einfach und haben ihren eigenen, typischen Geschmack. Heute soll es um ein Rezept gehen, das eines der bekanntesten antialkoholischen Getränke der Welt und aller Zeiten beinhaltet. Die Coca Cola! Wahrscheinlich kennt fast jeder die Geschichte wie ungesund dieses Getränk sei und den angeblichen Beweis, ein Stück Fleisch über Nacht darin zu verwahren und dann den Zustand als Bewertungsgrundlage zu benutzen. Aber das es sich auch wunderbar wie hier zum Schmoren oder für andere Rezepte eignet, ist eher unbekannt. 

Dieser Artikel befasst sich mit einem typischen „Dutch-Oven-Gericht“: Das Cola Fleisch!

Beginnen wir mal mit der Zutat: Coca-Cola

Welche Bedeutung hat das Wort Cola eigentlich?

Die erste Cola wurde als Medizin-Sirup vom Pharmazeuten John Stith Pemberton schon im Jahr 1886 in seiner in Atlanta angesiedelten Apotheke ausgeschenkt. Sie sollte gegen Kopfschmerzen wirken und eine anregende Wirkung hervorrufen. Sie hieß tatsächlich Coca-Cola, da die koffein reiche Kolanuss und Extrakte von Koka Sträuchern zu den Bestandteilen zählten. 

Benötigen wir Rind- oder Schweinefleisch für unser Rezept?

Die Antwort hierauf lautet: Rindfleisch. Dieses ist ja bekanntlich teurer als Schweinefleisch. Bei unserem Rezept haben wir aber das „Glück“, das wir nicht die teuersten Zuschnitte vom Rind nutzen müssen, denn unser Fleisch gart/schmort ja lange im Topf/Dopf und wird dadurch zart und zerfällt am Ende in einem Rupfvorgang. Ein geeignetes Stück wäre die sogenannte Semerrolle. Sie wird auch als Schwanzstück bezeichnet, was anatomisch nicht ganz richtig ist, liegt sie doch vor dem Schweif der Kuh im hinteren Teil der Keule. Die Semerrolle könnte man wohl auch als Geheimtipp beim Preis/Leistungsverhältnis des Rindfleisches bezeichnen, ist es doch für den relativ niedrigen Preis sehr mager. Daher ist es auch beim Schmoren sehr wichtig, genug Flüssigkeit hinzuzufügen.

Die Zubereitung

Die Zutatenliste (wie immer komplett am Ende des Artikels) beim Colafleisch ist kurz und so starten wir mit dem Anbraten einer Rindersemerolle in Butter oder Butteschmalz im Dutch Oven (natürlich auch im Schmortopf oder einer hohen Pfanne möglich). Dabei fügen wir allen Seiten unsere Röstaromen zu. 

Das Fleisch wird dann aus dem Dopf entnommen und mit einem BBQ Rub des Vertrauens rundherum gewürzt. Anschließend werden im Sud des Rindfleisches Zwiebeln angeschwitzt bis sie glasig sind.

Dann wird das Glas Kirschen (natürlich ohne Kerne, gerne mit dem Saft), eine leckere BBQ Sauce sowie die Cola in den Dopf dazu gegeben und das Fleisch wieder darin platziert. Wer es sich einfach machen will, so wie ich, nimmt anstatt Kirschen einfach eine Cherry-Coke. Das Ergebnis ist dann nicht ganz so fruchtig. 

Sind keine Kinder am Essen beteiligt, kann man gerne eine rauchige Note mit einem Schuß Whisky hinzufügen.

Deckel drauf auf den Dutch und mit Unterhitze den „Braten“ über 3 Stunden köcheln lassen. 

Das Gericht ist fertig, wenn das Fleisch sich wie Pulled Pork rupfen lässt. 

Die Beilage

Cola Fleisch, welches man unter die Kategorie „Pulled Beef“ fassen könnte, passt wie Pulled Pork wunderbar auf einen Burger oder Sub, aber auch vermischt mit Nudeln oder Reis ist es einfach nur schlonzig und schmackhaft. 

Zutatenliste: 

1,5 kg Rindersemerrolle 
1 Liter (Cherry-) Cola
300 ml Barbecue-Sauce 
1 Glas Kirschen (ohne Kerne)
3 Gemüsezwiebeln
Butter-/ Butterschmalz
BBQ Rub
BBQ Sauce
Ein Schuss Whisky
Über den Autor Michael Korsikowski (DerHövelgriller)

Michael grillt leidenschaftlich seit über 20 Jahren. Er richtet Grillkurse für die Volkshochschule aus und ist in stetigen Austausch mit den Fleischexperten von Moselmetzger.de, ortsansässigen Fleischsommeliers und Viehzüchtern. Redaktionelle Erfahrungen sammelte er als freier Autor für das Online-Magazin „Die Frau am Grill”. Außerdem rezensiert er regelmäßig Fachbücher zum Thema Kochen und Barbecue aus dem Heel-Verlag.

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